Wochenendexperiment: Internen RAM-Speicher ausbauen

Ich hatte in eine Ecke noch meinen ersten Laptop der Marke „NETSQUARE“ liegen. An sich ein gutes
Gerät, bis es irgendwann anfing spontan, sporadisch und ohne Vorwarnung abzustürzen. Ein Speichertest von einer Suse 9 CD stürzte beim Prüfen des internen, eingebauten Speichers aufs Überlste ab – die Ursache war somit gefunden. Nach kurze Suche im Netz war dann klar, dass der interne Speicher sich nicht von Aussen abschalten lässt. Nun stand ich vor der Entscheidung, an der Kiste eine OP am „offenen Herzen“ durchzuführen und den kaputten Speicher zu entfernen oder alles zu entsorgen.
Da der Sonntag schon um 7:20 Uhr angefangen hatte, der Kaffee richtig gut schmeckte und ich ein alter Elektroniker (a.D.) bin, entscheid ich mich meinen Lötkolben aus der Werkzeugkiste zu fischen und die OP zu probieren: mehr als kaputt gehen konnte nicht passieren.

Der Plan: den internen Speicher auslöten und den Rechner komplett mit externen Zusatzspeicher zu betreiben.
Nach einer halben Stunde und einigen Schnapsgläser mit sortierten Schrauben, lag die Platine mit den Speicherchips
offen. Zu sehen waren 8 Speichermodule. Ich zögerte und entschied mich zuerst für einen Blick in die Schaltungspläne
die ich schon seit Jahren als PDF liegen hatte. Meine Grundkenntnisse reichen leider nicht aus um daraus richtig schlau zu werden, aber da eine Reihe 4-er der Module im Schaltplan stärker verschaltet war als die andere, entscheid ich mich diese nicht auszubauen. Den anderen 4 Chips rückte ich dann mit einem spitzen Lötkolben und der Spitze eines Zirkels an die Füsse. Unter etwas Kraft und der heissen Spitze liessen sich die Füsschen leicht nach oben biegen. War eine Seite lose, brach die andere Seite mit leichtem Wackeln schnell ab. In 15 Minuten waren alle 4 Chips ab. Dann noch einige
Reinigungsarbeiten mit der Entlötlitze und die Abstände zwischen den Lötstellen mit der Zirkelspitze vorsichtig freigekratzt.

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Das war es dann auch gewesen. Zusammenschrauben und auf alles gefasst sein. Braucht jemand 3 kleine Schräuchen? Die habe ich übrig…
Um alle Risiken soweit zu vermeiden habe ich den Ersttest in der Badewanne gemacht. Nur falls es *Bumm!* macht.
Und nein, ohne Wasser.

Der Speichertest lief anschliessend eine Stunde lang durch – ohne Fehler. Jetzt habe ich also meinen Rechner wieder nach 3 Jahren zombihaften Daseins. Wie lange er jetzt wohl noch läuft? Ich hatte jedenfalls mein kleines Erfolgserlebnis in Sachen Elektronik.

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